Notfalltiere / Rentner

Wir haben in den letzten Jahren verschiedene Tiere - immer ungeplant - aus schlechter Haltung übernommen. Oder aber auch, weil sie nicht mehr von den Besitzern gehalten werden konnten. Inzwischen sind es einige Tiere, die natürlich Arbeit machen, Kosten verursachen (eher im Anteil mehr als unser normaler Bestand) und die wenigsten davon sind mit Gästen einsatzfähig, so daß wir uns über jede Spende, Einwurf in unsere Sammelbüchse oder natürlich auch Patenschaften sehr freuen.

Diese Tiere brauchen oder brauchten Unterstützung:

Esel Nils: ist schon seit 2010 bei uns weil er geschlachtet werden sollte. Braucht keine gesonderte Unterstützung mehr, da er gesund und äußerst umgänglich ist. Arbeitet inzwischen regelmäßig mit Gästen.

Dromedarwallach Rashid: kam 2010 zu uns und konnte bis 2013 auch noch eingeschränkt zum Kamelreiten eingesetzt werden. Danach ging er in Rente und blieb uns bis Anfang 2016 erhalten und war unser Hofmaskottchen. Ist über Nacht an Altersschwäche gestorben, bekam bis dahin aber lange besondere Zuwendung, Spezialfutter und auch immer wieder Medikamente.

Trampeltierstute Yara: zog im Jahr 2012 bei uns ein und hatte noch zwei schöne Jahre bei uns. Die Vorgeschichte war unbekannt, die Stute zeigte Hospitalismus (Weben) und war sehr unruhig. Fügte sich aber langsam in die Herde ein, wurde zunehmend ruhiger und blühte nach Geburten einiger Fohlen anderer Kamelstuten sehr auf. Auch Yara schlief irgendwann von alleine ein, bekam bis dahin aber mehrere Zahnbehandlungen und auch Spezialfutter.

Trampeltierwallach Iwan: kam mit Yara zusammen auf unseren Hof. Aufgrund einer Fehlstellung in den Vordergliedmaßen war er zum Reiten nur sehr eingeschränkt geeignet. Iwan war ein prächtiges Kamel und nach starker Gewichtsabnahme, Haltung auf harten Boden und regelmäßiger leichter Bewegung, lebte er hier schmerzfrei und bereicherte gelegentlich mit Einsätzen als Kuschel- und Schmusekamel die Schnupperstunden oder auch Kindergeburtstagsfeiern.
Am 18.06.2017 ist Iwan umgezogen zur Tierhilfe Norddeutschland, um dort einer Stute Gesellschaft zu leisten.

Esel Loki: auf Loki wurden wir durch eine Facebook-Anzeige der Noteselhilfe aufmerksam. Wir Frauen haben uns unsterblich verliebt und nach Kontaktaufnahme und kurzer Absprache, haben wir Loki Ende des Jahres 2015 abgeholt und unser Eselduo auf ein Trio erweitert. Die Vergesellschaftung klappte gut, sein Übergewicht und Konditionsschwäche waren schnell behoben. Loki ist topfit und steht unseren Gästen auch für Eseltrails und Spaziergänge zur Verfügung.

Trampeltierwallach Yogie: ist ca. 35 Jahre alt und gemeinsam mit Simba und Sahib im Frühjahr 2016 bei uns angereist. Beim Vorbesitzer waren die Haltungsbedingungen nicht so schlecht, aber davor muß er Einiges erlebt haben. Ganz sicher ist er geschlagen worden und war Hunger ausgesetzt, so dass er heute ein sehr hektisches, nervöses Kamel ist, was sich auf alles Freßbare stürzt das ihm vor Augen kommt. Er hatte Zahn- und Sohlenprobleme und mehrmals Abzesse und mächtiges Übergewicht. Inzwischen ist er wieder schlank, die Zähne sind gerichtet, die Abzesse ausgeheilt und die Sohlen werden besser. Die Sohlen und die Brustschwiele müssen weiterhin regelmäßig kontrolliert und versorgt werden, ansonsten geht es ihm gut. Auch Yogie hat stark gewebt, was sich inzwischen schon sehr reduziert hat. Der tägliche Weidegang, das Leben in der Herde und regelmäßige Bewegung scheinen ihm sehr gut zu tun. Bei einem geduldigen, ruhigen und konsequenten Umgang ist er sehr lieb und umgänglich. Er genießt hier sein Gnadenbrot bis unsere gemeinsame Zeit vorbei ist.

Trampeltierwallach Simba: ist zwischen 20 und 25 Jahre alt, war genau so stark übergewichtig, hatte sehr große Probleme mit seinen Sohlen und war eher phlegmatisch. Wenn man was von ihm wollte hat er sofort und reichlich gespuckt. Inzwischen hat er sehr abgenommen, die Sohlen wurden viele Male behandelt und er ist viel munterer geworden. Die Spuckerei hat sich stark reduziert und inzwischen erfreut er gelegentlich beim Putzen und Kuscheln unsere Gäste. Er freut sich über Aufmerksamkeit und Leckerchen, ist ein vorsichtiges und sehr behutsames Kamel und schleicht sich sogar ins Herz von ängstlichen Besuchern.

Trampeltierhengst Sahib: ist 2012 geboren, hatte auch Doppelsohlen und Löcher, ließ sich aber nicht behandeln. Er war völlig Fehlgeprägt, angefangen von Flaschenaufzucht über Vermenschlichung, ungenügender Erziehung und Ausbildung ist quasi alles falsch gelaufen. Wir haben das erste Jahr damit verbracht uns etwas Respekt zu verschaffen und seine Kamelkollegen brachten ihm bei wie sich ein Kamel zu verhalten hat. Dennoch war er völlig respektlos und sehr menschenbezogen. Ab April 2017 versuchten wir eine für uns neue und völlig andere Trainingsmethode, die recht gut geklappt hat. Wir lernten sehr viel von ihm. Er wurde im Sommer 2017 kastriert und danach haben wir uns langsam seiner Kultivierung gewidmet.
Nachdem Sahib immer umgänglicher wurde, ist es uns gelungen ihn im Februar 2018 an einen neuen Besitzer zu vermitteln. Dort ist nicht nur viel kamelischer Sachverstand vorhanden, sondern auch eine kleine Gruppe in die er sehr gut integriert werden konnte. Er bekommt dort viel Aufmerksamkeit und Zuwendung und wir denken dass er dort sehr gut aufgehoben ist.

Trampeltierhengst AliBaba: zog im Herbst 2016 bei uns ein und war vermutlich ca. 15 Jahre alt. Die Vorbesitzer haben ihn sich arglos schenken lassen und hielten ihn mit mehreren Ponys zusammen. Irgendwann wurde der Umgang mit ihm immer schwieriger und er wurde teilweise übergriffig. Nach Kontaktaufnahme mit uns wiesen wir darauf hin, daß diese Haltung nicht artgerecht ist. Bei gegenseitigen Besuchen und einem durch Sylvie Krystufek durchgeführten Wesenstest, stellte sich heraus daß die Vorbesitzer völlig falsch informiert worden waren. So behauptet der "Schenker" bis heute noch, daß AliBaba kastriert wäre. 
Nachdem die Leute mit ihm im Herbst nicht mehr mit ihm klar kamen, holten wir ihn ab und versuchten ihn in eine Gruppe zu integrieren. Dies entpuppte sich als äußerst schwierig, da er mit den anderen Kamelen nicht klar kam und stark brünftig wurde. Recherchen zufolge fristete AliBaba mehr als 12 Jahre sein Leben in Alleinhaltung, sollte aber definitiv kastriert worden sein. Wir haben das mehrfach überprüft und konnten aber weder Hoden, noch Operationsnarben finden. Im Mai 2017 bestätigte sich unser Verdacht, seine Hoden hatten sich wohl doch noch abgesenkt und waren nun sichtbar. Er wurde im Sommer kastriert und wir hofften, danach besser mit ihm umgehen zu können. Er wurde relativ ruhig, hat sich in eine Dreier-Gruppe integriert und es ging ihm gut. Normaler Umgang wie z.B. Anbinden und Putzen schien ihm fremd zu sein und er war sehr skeptisch. Auch schien er grundsätzlich eine negative Erwartungshaltung zu haben. Leider wurde AliBaba im Dezember 2017 schwer krank und trotz intensivster Bemühungen mußten wir ihn am 1. Weihnachtstag 2017 einschläfern lassen.

Shettyhengst Apollo: war eine Zugabe zu AliBaba, war jung, fit, etwas moppelig, unkastriert und ca. 4 Jahre alt. Ein hübsches Shetty, ganz schwarz und etwas unerzogen. Allerdings schien er schon spielerisch einige Lektionen wie Sitzen und Steigen zu beherrschen. Er wurde im Sommer 2017 kastriert und sollte danach mit den ganz kleinen Gästen aktiv werden. Allerdings hat sich raus gestellt, daß uns einfach die Zeit fehlte.
Im Sommer 2018 ist er umgezogen zur Nachbarin, die sich unsterblich ihn ihn verliebt hat. Er ist mit seinem Freund Goofy gemeinsam umgezogen, lebt dort in einer kleinen Herde und wird auf´s Kutsche fahren vorbereitet.

Shettystute Diane: war um die 10 Jahre alt und ist im Dezember 2016 zusammen mit ihrem Sohn Goofy bei uns gelandet. Der Besitzer hat aufgrund Zeitmangel die Tierhaltung aufgegeben und wußte nicht mehr wohin mit den Pony´s. Wir dachten daß bei so vielen Tieren die zwei Zwerge auch nichts mehr ausmachen und haben die Beiden noch aufgenommen. Diane war nach kurzer Diät, Entwurmung und Barhufpflege in Top-Zustand, war laut Vorbesitzer geritten und gefahren. Auch mit Diane hat sich der Zeitmangel bemerkbar gemacht und wir konnten sie in ganz liebevolle Hände vermitteln. Sie iist im Frühjahr 2018 zu Ninja Herbert umgezogen, in die Gesellschaft von 2 Tinkerwallachen und einer Shettystute. Sie kommt mit der neuen Gruppe sehr gut zurecht und macht dort 2 kleine Kinder glücklich, die sich jetzt nicht mehr ein Shetty teilen müssen, sondern gemeinsam die Ponys versorgen und Reiten.

Shettyhengst Goofy: ist jetzt 4 Jahre alt und mußte als Erstes von der Mutter abgesetzt werden. In der 4-er Ponygruppe kam er gut klar, wurde zunächst entwurmt und die Hufe wurden gepflegt. Er hatte eine ganze Weile üblen Durchfall, den wir aber nach Einsatz von Tierarzt und verschiedenen Medikamenten in den Griff bekommen haben. Er ist sehr lieb und unheimlich verspielt und freut sich über jegliche Beschäftigung, so daß auch er für die kleinen Gäste nach Kastration und Ausbildung da sein wird. Auch für Goofy haben wir einen tollen Platz gefunden, er ist mit Apollo zusammen zur Nachbarin umgezogen und wird jetzt auch sinnvoll beschäftigt.

Eselhengst Peter: ist ca. 2016 geboren und wird vermutlich auch um die 1 m Schulterhöhe bekommen. Er ist im Frühjahr 2018 bei uns eingezogen, ist schneeweiß und zuckersüß. Leider haben die Vorbesitzer ihn nur mit Ponys zusammen gehlten, so daß er anfangs mit der Eselgesellschaft völlig überfordert war. Er wurde abgegeben, da aus Zeitgründen der Tierbestand reduziert wurde. Es hat eine Weile gedauert bis er sich eingewöhnt hatte und war auch Anfangs etwas scheu, was sich aber völlig gelegt hat. Trotz Beteuerungen der Vorbesitzer, dass er kastriert wäre hat er sich doch noch als Hengst entpuppt, so dass wohl nächstes Jahr eine Kastration ansteht. Eselhengste werden nach der Geschlechtsreife sehr ruppig, deswegen muss das leider sein. Ansonsten macht er er beim Eseltrail und Spaziergängen schon sehr gut mit und 4 Esel sind auch ohnehin besser als 3....